Heiße Sache

Wie ich letztens schon schrieb, wird das Filament heiß aus einer Düse gepresst. Damit die nächste Schicht guten Halt hat, muss die drunter liegende Schicht schon wieder fest genug sein.

Mit meinem Lüfterdesign war ich noch nicht so ganz zufrieden. Also habe ich weiter gemacht.

Es fing ganz minimalistisch an.

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Der Lüfter wurde komplett in das gedruckte Gehäuse versenkt. Dies hat ein bisschen Bastelarbeit erfordert. Altes Lüftergehäuse entfernen und den „nackten“ Lüfter in das neue Gehäuse kleben.

Lava Vase

Auch zu diesem simplen Gehäuse hat es mehrere Schritte gebraucht.

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Der Luftauslass ist nun größer und runder geworden. So hat der Lüfter einen größeren Luftduchsatz.

Fan Duct

Auch hier hat es etwas gedauert, bis es so passte, wie ich mir das vorstellte.

Dies waren die ersten Versuche.

Fan duct to cool down filamentFan duct to cool down filamentFan duct to cool down filament

 

Nun muss ich das neue Design erst mal wieder testen. Geplant sind zwei von den Teilen, damit die Kühlung gleichmäßiger ist.

Fan duct to cool down filament

 

Source files: http://shapedo.com/guin/fan_duct_for_delta_tower

Plastik, Hitze und Luft

Mein 3D Drucker druckt mit heißen Kunststoff.

PLA, ABS, Nylon und sonstige Thermoplaste, die um die 180 bis 280 °C halbflüssig werden, werden durch eine Düse von der Heizkammer nach außen gedrückt. Dort erkaltet das Material wieder und wird fest.

So wird Schicht über Schicht „gestapelt“. Zum Festwerden braucht das Material einige Zeit. So von 200 °C runterkühlen bis 50 °C und weniger dauert halt etwas. Das Problem hierbei ist nur, wenn die nächste Schicht auf eine Schicht gelegt wird, die noch nicht ganz fest geworden ist, dass die Form dann instabil wird. Die Oberfläche wird dann rau und unansehnlich.

Sobald der Kunststoff aus der Düse ist, soll er schnell abkühlen. Das kann man mit einem starken Luftstrom erreichen, der die Wärme abtransportiert. Für diesen Zwecke kann ich bei mir einen 12 cm Lüfter anschalten, der das Druckbett abpustet. Das ist eine ziemliche Holzhammermethode. Aber wirkt. Etwas feiner kann man es gestalten, wenn man den Luftstrom gezielt auf die Öffnung der Düse lenkt.

Fan Duct for Delta Tower

Am Druckkopf habe ich nun ein trichterförmiges Gehäuse vor einen 50 mm Lüfter geschraubt. Der Ausgang des Trichters zeigt auf die Öffnung der Düse.

Fan Duct for Delta Tower

So soll das Material effizient punktgenau gekühlt werden.

Lüftergehäuse für einen Delta Towerfan2.stl_2

Zu schnelles Abkühlen hat auch wieder Nachteile. Gerade wenn das Abkühlen unkontrolliert geschieht.

Siehe: https://my3dprinter.wordpress.com/2014/01/14/spannungsrisse-im-abs/

Das Material kann wegen thermischer Spannung reißen und sich vom Druckbett lösen.

Je Nach Material muss man dann abwägen, wieviel und ob überhaupt man kühlen darf. Zur Not muss man langsamer drucken (was aber auch nicht immer hilft).

Das Modell des Lüftergehäuses habe ich bei ShapDo hochgeladen:

http://shapedo.com/guin/fan_duct_for_delta_tower

Es gibt nicht nur die Großen

Neben den großen Firmen Stratasys und 3D Systems gibt es natürlich auch noch viele kleine, die mit Innovationen oder günstigen Preisen aufwarten.

Interessant finde ich die SLS 3D Drucker, da diese eine sehr hohe Detailwiedergabe ermöglichen.

Druckergebnis des OWL Nano. Eine Doppelhelix
OWL Nano Beispielausgabe

Hierbei gibt es 2 Grundprinzipien.

1. die Schichten werden mit einem Laser ausgehärtet
2. die Schichten werden mit einem DLP Projektor ausgehärtet

Wobei ersteres genauere Ergebnisse liefern sollte.

Ich möchte hier ein paar Beispiele für SLA 3D Drucker nennen, die (noch) nicht zu den großen Firmen gehören.

http://formlabs.com/

http://www.peachyprinter.com/

http://b9creator.com/

http://www.miicraft.com/

http://oldworldlabs.com/product/owl-nano/

Leider habe ich noch nie einen solchen 3D Drucker in betrieb live gesehen.

Neue 3D Drucker

Stratasys und 3D Systems haben einige kleinere und einige größere, siehe Makerbot, Unternehmen aufgekauft.

Für 2014 geben beide Unternehmen neue 3D Drucker für den Consumer und Prosumer Markt bekannt.

3D Systems erweitert seine Cube Reihe um 3 neue Modelle. Den Cube 3, CubePro und CubeJet. Die ersten beiden Drucker sind „normale“ FDM Drucker. Der CubeJet hingegen ist ein „Pulverschichtdrucker“, wie die Z-Printer von 3D Systems. Farbdruck ist hier auch möglich und das für um die 5000 US$. Einen Keramikdrucker CeraJet , sowie die Lebensmitteldrucker ChefJet  und ChefJet Pro sollen auch im Laufe des Jahres kommen.

Cube 3
Cube 3

Stratasys setzt im Consumerbereich voll auf die hinzugekaufte Marke Makerbot. Es werden nun weitere 3 Makerbot im neuen Design und unterschiedlichen Abmessungen angeboten. MakerBot Replicator Desktop, quasi ein Makerbot Raplicator 3. MakerBot Replicator Mini, eine kleine Version des Makerbots. MakerBot Replicator Z18, eine große Version des Makerbots. Nicht besonders aufregend. Aber das hat die Marke Makerbot zur Zeit nicht nötig. Immerhin sehen deren Gehäuse ganz nett aus.

Makerbot Serie
Makerbot Serie

Beide Anbieter scheinen mir auch bei den Consumer Geräten in Richtung Cardridges gehen zu wollen. D.h. man kann nicht mehr einfach so irgendwo Filamentrollen kaufen, sondern muss die vom Hersteller nehmen. Das könnte zu einer noch stärkeren Verteuerung des Druckmaterials führen als bisher.

 

Quelle: 3dprintingblog.wordpress.com

Ökologischer 3D Druck

Man nehme etwas Erde, mische dies mit ein paar Grassamen und drücke die Masse durch eine Düse. Schon hat man eine Art 3D Drucker, aus dessen Material nach einiger Zeit das Gras sprießt.

print green
print green

 

Diese Technik gepaart mit verschiedenen Träger- und Stützmaterialien lässt weitere Möglichkeiten offen. So könnte man mit PLA eine Trägerstruktur drucken, in die dann mit der Saaterde versetzt ist.

Quelle: 3dprintingindustry.com