Corona, die Chance?

Fachkräftemangel ist ein Begriff, den Unternehmen nicht gerne hören. Wenn ein Mangel herrscht, kann dieses Gut kostspielig sein oder auch gar nicht zur Verfügung stehen. Dies kann ein Unternehmen viel Flexibilität kosten. Flexibilität ist ein Begriff, den Unternehmen gerne haben, besonders, wenn die angestellten Fachkräfte flexibel sind.

Wegerisiko

Der Weg zur regelmäßigen Arbeitsstätte obliegt der Verantwortung der angestellten Arbeitskraft. So ist es dem Unternehme eigentlich egal, woher die Arbeitskraft kommt. Hauptsache die Arbeitskraft ist zum Arbeitsbeginn an ihrem Arbeitsplatz. Für gewöhnlich ist dieser Arbeitsplatz traditionell immer noch an einem der Standorte des Unternehmens. Ja, für viele Berufszweige ist es auch erforderlich, dass die Arbeitskraft an einem bestimmten Ort arbeitet. Zum Beispiel der Zusammenbau großer Maschinen, wie Autos, muss in einer Art Fabrik geschehen.

Home-Office

Es gibt jedoch auch viele Arbeitszweige, bei denen ein fest vorgegebener Arbeitsort eigentlich unwichtig ist. Beispielsweise Telemarketing, Call Center, wo man eh nur indirekten Kontakt zum Kunden hat. Oder man arbeitet in einem nicht materiell produzierenden Gewerbe ohne (direkten) Kundenkontakt. Hier als Beispiel Softwareentwicklung. Eine Fahrt zu einem Standort des Unternehmens wäre somit nicht nur Verschwendung der eigenen Lebenszeit, sondern auch unnötige Umweltverschmutzung.

Vor und Nachteile

Auf arbeitsrechte.de gibt es eine kleine Tabelle mit Vorteilen für ArbeitnehmerInnen im Home-Office.

VORTEILE FÜR ARBEITNEHMERNACHTEILE FÜR ARBEITNEHMER
flexible Arbeitszeitenoftmals feste Kernarbeitszeiten, in denen Arbeitnehmer für den Arbeitgeber erreichbar sein müssen
keine störenden Kollegensoziale Isolation, keine betrieblich internen Informationen
besserer Freizeitausgleich neben dem JobSchwierigkeiten bei der Trennung zwischen Privatleben und Beruf
kreative Phasen können effektiver genutzt werdenoftmals kein richtiger Feierabend möglich – Arbeitnehmer denken dauerhaft an die Arbeit
Unabhängigkeit von Witterungsbedingungen wie starkem Schneefall oder vereisten Straßenmögliche Probleme bei der Technik
höhere Eigenverantwortung und mehr MotivationAblenkungen durch Haushalt oder Kinder möglich
Zeitersparnis – kein Arbeitsweg
Quelle: https://www.arbeitsrechte.de/home-office/

Ich persönlich glaube nicht, dass es einen starken Fachkräftemangel gibt. Die Fachkräfte sind nur für die Unternehmen ungünstig verteilt. Gerade in Ballungsräumen, wo auch viele Firmen ansässig sind, ist der Wohnraum spürbar teurer als im etwas entfernteren Umland. Auf dem Land leben ist meistens etwas günstiger und der Stress der Stadt ist auf dem Land auch nicht so präsent.

Home-Office kann also auch helfen, fehlende Fachkräfte zu finden. So gibt es auch noch weitere Vorteile, neben den Nachteilen, für das Unternehmen.

VORTEILE FÜR ARBEITGEBERNACHTEILE FÜR ARBEITGEBER
erhöhte Produktivitätkeine Kontrolle über die Arbeitszeit und die erledigten Aufgaben
Kostenersparnismangelnde Datensicherheit
weniger Arbeitsausfallnicht jeder Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, ein getrenntes Heimbüro einzurichten
Personalbindung durch zufriedene Mitarbeiterder Beginn einer Abdrängung in die Selbstständigkeit des Arbeitnehmers ist denkbar
positives Image des UnternehmensIdentifikation des Arbeitnehmers mit dem Unternehmen könnte sinken
Verringerung der betrieblichen Arbeitsplätze
Arbeitnehmer können nach der Elternzeit, Betreuungsurlaub, Mutterschutz etc. schneller ins Berufsleben zurückkehren
Quelle: https://www.arbeitsrechte.de/home-office/

Wagnis?

Warum gibt es nicht überall Home-Office (sofern technisch möglich)? Oft genannter Grund ist, dass der Teamzusammenhalt fehlt, bzw. der Zusammenhalt des Teams abgeschwächt wird, sobald zum Home-Office gewechselt wird. Auch kann die Kommunikation mit Telearbeitenden langwieriger sein. Im Zeitalter der Videotelefonie ist das aber nicht mehr so das Problem.

Also woran liegt es?

Fehlende Kontrolle und somit fehlendes Vertrauen. Das Management weiß einfach nicht, wie es mit Home-Office umgeben soll. ArbeitnehmerInnen arbeiten plötzlich völlig selbstständig. Die tatsächliche Anwesenheitszeit spielt keine große Rolle mehr. Es zählen die Ergebnisse. Das ist das Problem. Bisher hat es immer ausgereicht, zum Arbeitsplatz zu kommen und nach 8 Stunden Arbeit wieder zu gehen. Hauptsache man wurde gesehen, wie man seine Zeit absitzt. Das ist beim Home-Office so nicht mehr möglich. Man wird nicht mehr gesehen, sofern man als angestellte Arbeitskraft nicht einer 100%igen Videoüberwachung zugestimmt hat.