Warum ich mir kein Elektroauto kaufe

Elektroautos sind toll

Zuerst: Ich finde Elektroautos super. Der Fahrspass kann enorm sein. Ein Elektroauto passt momentan nur nicht zu meinem Fahrprofil. Ich fahre täglich 200 km. Das schaffen zwar einige Elektroautos, dennoch bin ich nicht bereit ein Elektroauto zu kaufen.

Elektroautos an der Ladestation

Ladestation für Elektroautos

 

Problem 1 – Ladung

Auf der Arbeit kann ich das Auto nicht laden, also muss es 200 km am Stück fahren können. Zuhause steht es ca. 12 Stunden, bevor ich wieder losfahre. Wenn ich den neuen Opel Ampera-E heranziehe: der kann in 30 Minuten an der normalen Steckdose 6 km nachladen. Bei 12 Stunden Standzeit, hat das Auto dann 144 km über Nacht nachgeladen. Das beißt sich dann recht schnell mit meinen zu fahrenden 200 km. An einer speziellen Ladestation für das Eigenheim kann der Ampera-E 12 km pro 30 Minuten nachladen. Das sind dann schon 288 km über Nacht nachgeladen. Ginge dann schon. Oder ich nutze Schnellladestationen, die ich extra anfahren muss, um dann in 30 Minuten 150 km „aufzutanken“.

Problem 2 – Reichweite

Die angegebenen Reichweiten sind nach NEFZ oder WLTP ermittelt worden. Bei der NEFZ Methode steht das Auto mehr, als das es fährt. Es wird ein paar mal bis 50 km/h beschleunigt und wieder abgebremst (rekuperiert). Am Ende des Zyklus wird das Elektroauto kurz auf 120 km/h beschleunigt und wieder rekuperiert. Die gefahrene Strecke wird nun über den Restladestand auf die Gesamtreichweite hochgerechnet. Bei vorausschauender Fahrweise im Stadtverkehr, stimmt die NEFZ Reichweite. So eine Fahrweise kann euf deutschen Strassen dann schnell zu einem Hupkonzert der anderen ungeduldigen Autofahrer führen. Auf der Autobahn, selbst mit 80 km/h kommt die Rechnung schon nicht mehr hin und die Reichweite ist niedriger. Bei 100-110 km/h kann man gut 1/3 von der NEFZ Reichweite (im Sommer) abziehen. Bei niedrigen Temperaturen (im Winter) kann die Reichweite dann noch weiter zurückgehen.

Der Opel Reichweiten-Simulator spuckt bei mir bei 10 °C, hohe Geschwindigkeit und eingeschalteter Heizung 393 km aus. Der Hohn ist nur, das „hohe Geschwindigkeit“ beim WLTP Fahrzyklus 50 – 80 km/h bedeutet.

Mir persönlich ist es durchaus bewusst, dass ein Elektroauto eine andere Fahrweise voraussetzt und hinter einem LKW herfahren ist für mich auch kein wirkliches Problem. Die Hersteller werben aber mit Angaben, die ein normaler Autofahrer nie erreicht. Dann ist die Enttäuschung umso größer, sobald das E-Fahrzeug dann in der eigenen Garage steht.

Problem 3 – Der Preis

Bin ich wirklich bereit für ein Klein- oder Kompaktwagen über 35.000 Euro auszugeben, welches mein Profil nur gerade so erfüllt? Klar gibt es auch Elektroautos für weniger Geld. Muss ja auch nicht neu sein. Einen kleinen Elektroflitzer bekommt man auch für 10.000 Euro. Um mal 30 km am Tag durch die Stadt zu flitzen, ist der dann auch wirklich super und macht viel Spaß. Reichweite und Autobahnkomfort sind mir bei den kleinen Modellen aber nicht ausreichend. „Autobahnkomfort“ bedeutet für mich nicht, dass das Auto schnell fahren muss. Man muss bequem sitzen können und das Auto muss ruhig auf der Straße liegen. Ich hatte mal einen Smart Leihwagen… mit dem war das nur ein Rumgehoppel auf der Autobahn. Im Stadtverkehr super, auf der Autobahn durchgefallen.

Alles nur Rumgeheule

Im Goingelectric Forum hat ein Forenmitglied eine schöne Geschichte niedergeschrieben.

http://www.goingelectric.de/forum/allgemeine-themen/autobahntauglichkeit-eines-elektroautos-05-2017-t23616.html#p522434

Er hat sein E-Auto von einem 500 km entfernten Händler abgeholt und ist dann ganz unbedarft losgefahren. So einige Hindernisse sind ihm dann begegnet, welche man mit mehr Planung hätte umgehen können. Jedoch spiegelt seine Geschichte das normale Verhalten wider. Wer informiert sich heute schon bei einer 500 km Strecke, welche Strecke er genau fahren muss und wo er Pausen machen muss, um am Ziel anzukommen?

Einige andere Forenmitglieder glauben sogar, dass dies ein Beitrag der Verbrennerindustrie sei. Zum Glück meldet sich der Beitragsersteller noch einmal und nimmt den Zweiflern ein wenig den Wind aus den Segeln.

 

Elektroautos sind momentan eher etwas für Enthusiasten oder für Leute, die maximal 100 km am Tag am besten in der Stadt rumkurven und zuhause aufladen können.
Mein nächstes Auto wird kein Elektroauto, aber vielleicht dann das übernächste?

Noch ist es ein Diesel – Elektroauto aber nicht ausgeschlossen

Momentan fahre ich meine Strecke mit meinem Diesel. Bei normaler Fahrweise (140 km/h auf der Autobahn. auch mal etwas schneller) verbraucht mein Auto über 5,5 l/100 km. Sparsames Fahren wird mit euinem Verbrauch von unter 4,5 l/100 km belohnt. Bei sehr sparsamer Fahrweise geht dann auch noch ein Liter weniger.
Kein Elektroauto, sondern nur mein Diesel
Spritmonitor.de

 

Hier noch mein kleines Review zum Nissan Leaf und eines meiner Review-Videos zu dem Nissan Leaf, den ich Ostern 2016

 

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