Rumbleiernde Druckstifte

Angefangen hat es mit dem 3Doodler, welcher auf Kickstarter erfolgreich finanziert wurde. Mittlerweile kann man den druckenden Stift für 99 US$ vorbestellen (voraussichtliche LieferungFebruar 2014).

Dann gab es eine Meldung, dass eine Chinesische Firma den Stift kopiert haben soll. Hier soll es den Stift für 112.34 US$ geben. Ob der Stift auch Lieferbar ist, ist mir nicht bekannt.

Der swissPen
Der swissPen

Jetzt hat jedenfalls eine Schweitzer Firma ebenfalls einen druckenden Stift im Angebot. Hier sind es 111 US$. Wie bei allen anderen kommen noch Einfuhrsteuer und Versand hinzu. Lieferung soll schon im Oktober 2013 beginnen.

Vielleicht gibt es so einen Stift nächste Woche schon bei Saturn, wenn das so weiter geht 😉

Extruder Jam – Marmalade zum Früstück

Letztens hat der Anpressschenkel am Extruder meines Delta Towers geklemmt. Nur noch mit sehr viel Kraft konnte das Gelenk bewegt werden.

Extruder
Halb auseinander gebauter Extruder des Delta Towers

So wird der Anpressdruck natürlich nicht mehr gleichmäßig an das Filement weiter gegeben und es kam ein paar mal vor, dass das Filament am Extruder hängen blieb. Erst als ich die Filamentrolle wechseln wollte, viel mir der Missstand auf.

Zuerst habe ich einen Tropfen Öl an das Gelenk getropft, was aber keine Änderung brachte. Zu wenig Bewegungsspielraum am 3D Drucker. Also musste der Extruder komplett auseinander gebaut werden. Mehr als ein paar Schrauben lösen ist hier nicht notwendig. Als Ergebnis erhält man die beiden gefrästen Extruderhälften ohne Servo, Zahnräder und Kugellager.

Da stark aneinander reibende Aluminimumteile dazu neigen, sich kalt zu verschweißen, muss man nun etwas sanfter vorgehen.

Mit Spiritus, Benzin war leider gerade alle, spült man das Gelenk unter langsamen Bewegungen. Ein bisschen Aluminiumabrieb, eine dunkelgraue  Masse, kam dann zum Vorschein. Dann einmal kurz mit WD 40 eingesprüht. Das half leider nicht.

Also noch mal spülen und dann großzügig mit (Motor) Öl einschmieren. Wieder langsam das Gelenk bewegen. Ja, diesmal wurde es besser!

Nachdem das Gelenk knapp 3 Stunden lang eine Bewegungstherapie im Ölbad bekommen hat, war es schon fast wieder leichtgängig. Nun noch das ganze Teil vom überschüssigen Öl säubern und wieder am 3D Drucker montieren.

Nun geht es erst mal wieder. Ich finde es nur sehr seltsam, dass die Blockade so plötzlich aufgetreten ist.

 

Was hätte ich gemacht, wenn sich die Aluminiumteile verschweißt hätten, oder das Gelenk nicht gangbarer geworden wäre?

2 Möglichkeiten

  • Beim Delta Tower Team anrufen und nachfragen
  • Wenn keine Garantieansprüche mehr geltend gemacht werden können oder es sehr schnell gehen muss: Gelenkbolzen aufbohren und durch eine passende Gewindestange mit 2 Muttern und Unterlegscheiben ersetzen

 

Nachtrag:

Ich soll ein neues Teil bekommen 🙂

Kleine Gemeinheiten oder Pimp my Print

Mit kleinen Veränderungen oder Erweiterungen kann man sich das Leben mit dem 3D Drucker erleichtern.

1. Wenn der Druckkopf sich mal im Modell verheddert (kann mal vorkommen), dann kann es unter Umständen passieren, dass der Temperatursensor aus dem Hotend rutscht.

Also immer schön drauf achten, dass der Sonsor immer im Hotend ist. Gerade wenn der Drucker anfängt, Fäden zu ziehen, stimmt oftmals die Temperatur nicht. Entweder hat man dann selber die falsche Temperatur gewählt, oder der Temperatursensor liefert nicht die echten Temperaturen.

2. Falls sich die Gewindestangen oben mit dem Umlenkkugellager für die Riemen sich lockern und nachgeben, dann quietscht der Riemen kläglich an der Unterlegscheibe. Da der Riemen dann auch etwas an Spannung verliert, wirkt sich das auch auf die Genauigkeit des Druckergebnisses aus.

_MG_8942

Einfach Abhilfe kann man schaffen, in dem man die Schraube festzieht (falls diese lose ist) und zusätzlich das Ende der Schraube oben festzurrt. Ein Kunststoffkabelbinder ist hier natürlich keine dauerhafte Lösung, da sich dieser leicht dehnt. Eine Schlauchverbindungsschelle aus Metall ist viel besser.

3. Wenn man mit ABS druckt, stellt man die Temperatur des Druckbettes für gewöhnlich so um die +100°C ein. Die Wärme oben schlägt bei langen Drucken auf die Elektronik darunter durch (vor allem, wenn dann auch noch eines der Flachkabel über den Treibern liegt) und es kommt zu heftigen Schrittverlusten.

Fehldruck

 

Abhilfe schafft hier ein zusätzlicher Lüfter, der die Treiber anpustet.

Pimp my Print

 

 

4. Und endlich konnte ich mal meinen lange gebunkerten Not-Aus-Schalter verwenden (im Hintergrund rechts zu sehen).

Da bei diesem Drucker keine Hardware-Endschalter verwendet werden, ist so ein Schalter gerade anfangs noch notwendig. Mir ist bewusst, dass es auch Steckdosenleisten mit Schalter gibt, aber so ein Notaus ist viel cooler 

Pimp my Print

 

5. Demnächst muss ich den Reset-Taster besser erreichbar machen. Vielleicht ein Taster mit einer Schutzkappe drüber.

Murmelbahn

Murmelbahn. Klingt langweilig? Kommt drauf an, was für eine Murmelbahn es ist.

Murmelbahn: Bild von Flominator

Es gibt einfache Bahnen, wie man sie vielleicht als Kind kannte, aber auch aufwändige Bahnen, mit diverser Elektrik und Mechanik. Sich bewegende Krähne, Rutschen, Schaufeln und son Zeug.

Es gibt aber auch schön anzusehende “Skulpturen”, die man sich als hübsches Beiwerk ins Wohnzimmer stellen kann.

http://www.thingiverse.com/thing:129832
http://www.thingiverse.com/thing:129832

Die ganze Entstehungsgeschichte könnt ihr auf der Webseite von snille nachlesen. Einige Teile der Murmelbahn sind mit einem 3D Drucker gedruckt worden.

 

Quelle: 3ders.org

Cabinet of Horror

Durch einen Beitrag im RichRap Blog sind ein paar Leute auf die Idee gekommen, eine Flicker Gruppe zum Thema fehlgeschlagene 3D Drucke zu erstellen (das Ganze ist schon 2 Jahre her).

Da gibt es Erstaunliches zu sehen

IceBot One Fail

 

 

Aber auch Dinge, die mir in der Seele weh tun.

IceBot One Heatbed Failure

So ein überhitztes Druckbett möchte ich nicht haben!

Ich finde die Bilder sehr interessant. Lehrreich sind die Bilder vor allem, wenn auch noch eine Beschreibung der Umstände unter das Bild gepostet wurde. So kann man aus den Fehlern anderer lernen!

Passend dazu habe ich letztens über meine Fehldrucke geschrieben.

Quelle: nerdcore.de

3D Modelle

Mittlerweile ist schon ein bisschen Zeit ins Land vergangen, seit ich die Gewinner der “einen kostenlosen Druckauftrag“-Aktion benachrichtigt habe. Das ein oder andere Modell ist auch schon bei seinem glücklichen Gewinner.

Hier eine Auswahl

Dremel attachment, Fully makerbottable

Vase

 

 

Der gelbe Buddha wird heute noch verschickt.

Buddha

 

 

Die Freiheitsstatue ist nicht 100%ig so wie erhofft geworden. Gegebenenfalls werde ich die Statue noch einmal ausdrucken.

Statue of Liberty Edited: Book on Hip

 

 

Hier seht ihr auch ein paar herzeigbare Fehldrucke im Hintergrund.

Gesammelte Werke

 

Der schwarze Buddha links wäre hervorragend geworden, wenn das Filament auf den letzten 2 cm nicht zu ende gegangen wäre. Sehr bedauerlich. Dafür ist der gelbe Nachfolger um so schöner geworden 😉

Maker Faire Hannover 2013

Letzten Samstag, den 03. August 2013, fand die Maker Faire in Hannover statt.

Eigentlich ist Hannover gar nicht so weit weg von hier, also haben wir uns am Samstag auf dem Weg gemacht. Statt der geplanten 2 Stunden Fahrt mit dem Auto, waren es auf dem Hinweg 3 Stunden. Stau auf der Autobahn.

Die Wolkenbrüche haben wir gut überlebt 😀

Andere an der Schlange vor der Maker Faire sollen ziemlich nass geworden sein… Man muss den Stau halt auch mal positiv sehen.

Als wir dann endlich gegen 11:30 ankamen war auch schon wieder alles frei vor dem Eingang. Ab und rein in die Hallen… Uff… Hitze… Luftfeuchtigkeit um die 90% und Temperaturen um die gefühlt 50°C haben in der Ausstellungshalle echtes Tropen-Feeling aufkommen lassen. Das hat mich an den Regenwald im Klimahaus in Bremerhaven erinnert.

Draußen bei den Zelten war es hingegen ganz angenehm. Die Leute flanierten zwischen dein einzelnen Zelten umher und sahen sich die verschiedenen Angebote an. An Workshops oder Vorträgen habe ich nicht teil genommen. Ich habe einfach die allgemeine Stimmung genossen. Nichts war, wohl auf Grund der hohen Temperaturen, hektisch. Alle haben sich entsprechend angepasst.

Markus von Directs.de konnte ich aus ein paar Metern Entfernung sehen. Zum Reden war für mich leider nicht so viel Zeit (und in der Halle war es, wie oben schon geschrieben brütend heiß). Auf seiner Seite könnt ihr auch ein Interview zum Thema Maker sehen. Regelmäßig spricht er auch mit (meistens) 2 Kollegen einen Podcast über Technik im Allgemeinen und Roboterbau im Speziellen (Robotiklabor.de).

Einen kurzen Besuch beim Delta Tower war für mich natürlich Pflicht. Stephan hat mich freundlich empfangen und wir unterhielten und kurz über die Aussichten.

Letztendlich war wirklich viel Interessantes zu sehen. Einige Sachen haben uns erstaunt, andere inspiriert.

Am Nachmittag ging es wieder zurück nach Hause. 3,5 Stunden diesmal. Stau in alle Richtungen und das bei strahlender Sonne 😉

Trotzdem ein schöner Tag!

PS: ich glaube wir haben draußen am Eisstand Rabatt bekommen. Eine Kugel hat nur 50 Cent gekostet. Oder die etwas gehetzt wirkende Bedienung hat vergessen, dass sie 2 x 3 Kugeln statt 1 x 3 Kugeln verkauft hat.

Geld sparen mit dem 3D Drucker

Ein Forscher an der Michigan Technological University, Professor Joshua Pearce, sagt voraus, dass Selbstproduktion bald den Massenmarkt erreichen wird. Dabei hat der Professor untersucht, wie viel Geld eine amerikanische Durchschnittsfamilie sparen kann, wenn sie einen 3D Drucker nutzen.

Er hat 20 gewöhnliche Haushaltsgegenstände, die er auch bei Thingiverse finden konnte, über die Google Shop Suche gesucht und deren Maximum und Minimum-Preis notiert.

Auf 312 US$ bis 1944 US$ ist er gekommen. Ein stolzer Preis für Dinge wie eine Löffelunterlage, eine Knoblauchpresse, ein Salzstreuer, Handyschale, Zitronenpresse, etc…

Die vollständige Liste kann man sich in diesem Artikel “Life-Cycle Economic Analysis of Distributed Manufacturing with Open-Source 3D Printers” anschauen (gegen Ende im Anhang).

Der im ersten Satz genannte Newspost liest sich noch so, als wäre 3D Druck für jeden uneingeschränkt (und sofort) gewinnbringend einsetzbar. Aber man muss bedenken, dass es nur eine Vorhersage ist. Die errechneten Preise sind korrekt und man könnte tatsächlich viel Geld sparen, ABER…

… Professor Joshua Pearce nennt auch die Nachteile in seinem Artikel, die man keinesfalls vernachlässigen darf.

Unter anderem:

The two primary concerns about the viability of wide-scale use of low-cost 3-D printing are 1) print quality and thus the suitability for market applications and 2) the ease of use, which encompasses time investment inlearning the software and hardware associated with a RepRap.

Denn beispielsweise die Oberflächenqualität mit Dichlormethan zu verbessern, ist für normale Haushalte eher nicht geeignet. Auch zeitlich gesehen gibt es noch Probleme. Geht ein 10 Stunden Druck am Ende schief, muss man von vorne beginnen. Im ungünstigsten Fall muss man sogar ein weiteres Mal von vorne beginnen. So werden aus 10 Stunden mal eben 20 Stunden.

Ganz so einfach, wie das der eine Kommentator der News vermuten lässt, ist es dann halt nicht:

Holy crap — I have read a lot about 3d printers doing crazy things in the news but it never occurred to me, we would have them in our home. I just did a quick catalog of this room and most of the things could be printed in plastic. Where do we buy them?

comment3dprint

Wie gesagt, es ist eine Vorhersage. Eine Weissagung, die in Zukunft eintreten kann, aber nicht muss. Momentan ist 3D Druck einfach noch nicht massentauglich.

 

 

3D Druck für Jedermann

Die Werbung und ebenfalls eifrig auch die Presse versprechen, dass 3D Druck heute schon für Jeden da ist. Jeder Haushalt sollte einen 3D Drucker haben.
Doch ist es wirklich so einfach? Einfach mal einen hübschen Makerbot 2 kaufen und ins Wohnzimmer stellen. Noch ein paar Modelle von Thingiverse runterladen. Schon kann es losgehen!

Nö!

Auch wenn man sich einen fertig aufgebauten 3D Drucker kauft, muss man den Drucker wenigstens immer noch kalibrieren. Vom richtig gelagerten Filament mal abgesehen.

  • Drucker kalibrieren
  • zum Modell, Drucker und Einsatzzweck passendes Filament einlegen
  • individuelle Einstellungen zum zu druckenden Modell in der Software vornehmen
  • Warten
  • Das Ganze noch mal von vorne, da die ersten Versuche oftmals nicht so klappen, wie man es sich vorstellt
  • komplizierte Modelle oder falsch platzierte Modelle benötigen eine Menge Stützmaterial, was nach dem Druck mühevoll entfernt werden muss

Schon der erste Punkt kann sehr lange dauern. Von den anderen Punkten, inklusive der  Rückschlägen mal ganz abgesehen.

 

Kopflos
Ein leicht vermeidbarer Fehler.
Dem kleinen Roboter wurde der Kopf durch die absinkende heiße Düse weg geschmolzen. Ansonsten war der Druck gut.

 

Luftdruck

Es gab Aussetzer bei der Filamentversorgung, so dass zum Beispiel die Stütze unten Rechts nicht gedruckt wurde und somit die Hand in der Luft gedruckt wurde (Deshalb die hängenden Filamentstränge).
Oben hat sich das Filament auf der Rolle verhakt und es wurde nichts mehr gedruckt.
Luftikus

Was hier passiert ist, ist mir nicht ganz klar. Bis zur Hälfte war der Druck gut und dann kam nicht genug Filament nach.  Ich gebe dem Filament selber die Schuld. Bei der momentan hohen Luftfeuchtigkeit quillt das Filament und die Drucke werden unsauber.
Verstopfung

Bei diesem Modell war die Düse verstopft. Es wurde nur noch ganz fein gedruckt. An sich beeindruckend, dass das Modell trotzdem noch so gut geworden ist. Leider ist die Düse während des Drucks vollständig verstopft und der Druck konnte nicht beendet werden.

Mehr Bilder gibt es auf Flickr (hier klicken).