Home Office – Alles Gut?

Home-Office ist gut, Home-Office ist toll. Mehr private Lebenszeit und Umweltschutz – kostenlos! Aber ist alles nur eitel Sonnenschein? Oder gibt es auch Home-Office-Probleme?

Alles nur eitel Sonnenschein?

Leider nein. Ich hatte auch schon in einer kleinen Liste die Nachteile für Arbeitnehmer aufgelistet. Hier möchte ich auf einen der Punkte noch einmal kurz eingehen.

“Schwierigkeiten bei der Trennung zwischen Privatleben und Beruf”

Ich habe das jetzt gerade selber erlebt. Die letzten Monate habe ich teils im Home-Office und teils im Büro gearbeitet. Und nun kam mein Urlaub. Die ersten Urlaubstage an denen ich mich an meinen PC gesetzt habe, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich arbeiten müsste. Das fühlte sich sehr seltsam an und hat Druck erzeugt, den ich nicht auflösen konnte. Home-Office hatte ich von dem Schreibtisch aus gemacht, auf dem auch mein privater PC steht. Nicht so gut.

Vorkehrungen für zuhause

Sofern die Möglichkeit besteht, sollte man auch zuhause versuchen, sich einen dedizierten Arbeitsplatz einzurichten. Auch wenn es nur eine kleine Ecke ist. So bekommt man die Trennung zwischen Beruf und Privatleben besser hin.

Natürlich ist dieses Empfinden sehr subjektiv. Viele haben bestimmt gar kein Problem damit. Aber für diejenigen, die sich in den ersten Tagen ihres Urlaubes immer noch wie auf der Arbeit fühlen, sollten überprüfen, woran es liegen könnte. Es gibt durchaus noch mehr Gründe, als nur die fehlende räumliche Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Aber das ist schon mal ein relativ leicht zu erkennender Grund. Die Frage ist nur, ob man es in einer engen Wohnung auch ändern könnte. Auf jeden Fall wäre es besser/erholsamer, wenn man gleich ab den ersten Tag im Urlaub ist und nicht erst nach ein paar Tagen, wo der Urlaub dann auch schon vorbei sein kann. Das liegt auch im Interesse der Arbeitgeber. Was kann der Arbeitgeber alles machen? Was kann man selber alles machen? Dazu vielleicht mehr in einem Folgeartikel.

Corona und plötzlich war es möglich

Unser Treibstoffverrbauch alleine für den Arbeitsweg ist enorm. So versursacht ein gefahrener Personenkilometer um die 147 Gramm Treibhausgas-Emission (CO2 Äquivalent). Bei meiner kleinen Vergleichsgruppe aus dem letzten Artikel sind 136 Millionen Kilometer pro Tag herausgekommen. Das ergibt 20139 Tonnen CO2 Äquivalentes Treibhausgas. Pro Tag. Nur in Deutschland für meine kleine Vergleichsgruppe von 8 Millionen täglich fahrende Pendlerinnen und Pendler.

Um aus den Felsen, auf dem wir leben, einen besseren und gesünderen Lebensraum zu machen, könnte man vielleicht sowas erfinden wie das Internet. Mit diesem Internet lassen sich einige Arbeitsabläufe von der ganzen Welt aus erledigen. Das nennt sich dann Telearbeit. Zusätzlich könnte man es auch noch so gestalten, dass in der Firma nur noch für 30% – 50% der Angestellten ein realer Arbeitsplatz vorhanden ist. Alle anderen arbeiten von zuhause aus oder mobil. Man könnte sich auch abwechseln, damit jeder in der Firma und unter Kollegen arbeiten kann. Bei den Mietpreisen in den Ballungsräumen kann die Firma so eine Menge Geld sparen.

Ja, es muss auch Geld für den Heimarbeitsplatz investiert werden. Denn jede Person in Teleheimarbeit (Home Office) muss für die Arbeit ausgerüstet werden. Aber auf lange Sicht spart es halt Geld.

Dank Corona haben sich auch viele Firmen getraut, ihre Mitarbeiter ins Home Office zu schicken. Mehr oder weniger gezwungen, aber es wurde halt gemacht. So ad hoc war das für deren IT natürlich eine große Herausforderung. Letzendlich hat es geklappt. Sehr gut gemacht! Sogar die deutsche Internet-Infrastruktur hat stand gehalten. Selbst auf dem Land hatte ich keine Probleme.

Mir ist durchaus bewusst, dass nur ein kleiner Teil der 45 Millionen Beschäftigten von zu Hause aus arbeiten könnte. Jedoch ist das schon mal ein Anfang. Die Arbeit wandelt sich seit je her und wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten weiter wandeln. Selbst wenn nur 4 Millionen Personen von zuhause aus arbeiten, statt jeden Tag in die Firma zu pendeln, spart das schon 2% unseres jährlichen Kraftstoffverbrauchs ein.