Home Office – Alles Gut?

Home-Office ist gut, Home-Office ist toll. Mehr private Lebenszeit und Umweltschutz – kostenlos! Aber ist alles nur eitel Sonnenschein? Oder gibt es auch Home-Office-Probleme?

Alles nur eitel Sonnenschein?

Leider nein. Ich hatte auch schon in einer kleinen Liste die Nachteile für Arbeitnehmer aufgelistet. Hier möchte ich auf einen der Punkte noch einmal kurz eingehen.

“Schwierigkeiten bei der Trennung zwischen Privatleben und Beruf”

Ich habe das jetzt gerade selber erlebt. Die letzten Monate habe ich teils im Home-Office und teils im Büro gearbeitet. Und nun kam mein Urlaub. Die ersten Urlaubstage an denen ich mich an meinen PC gesetzt habe, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich arbeiten müsste. Das fühlte sich sehr seltsam an und hat Druck erzeugt, den ich nicht auflösen konnte. Home-Office hatte ich von dem Schreibtisch aus gemacht, auf dem auch mein privater PC steht. Nicht so gut.

Vorkehrungen für zuhause

Sofern die Möglichkeit besteht, sollte man auch zuhause versuchen, sich einen dedizierten Arbeitsplatz einzurichten. Auch wenn es nur eine kleine Ecke ist. So bekommt man die Trennung zwischen Beruf und Privatleben besser hin.

Natürlich ist dieses Empfinden sehr subjektiv. Viele haben bestimmt gar kein Problem damit. Aber für diejenigen, die sich in den ersten Tagen ihres Urlaubes immer noch wie auf der Arbeit fühlen, sollten überprüfen, woran es liegen könnte. Es gibt durchaus noch mehr Gründe, als nur die fehlende räumliche Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Aber das ist schon mal ein relativ leicht zu erkennender Grund. Die Frage ist nur, ob man es in einer engen Wohnung auch ändern könnte. Auf jeden Fall wäre es besser/erholsamer, wenn man gleich ab den ersten Tag im Urlaub ist und nicht erst nach ein paar Tagen, wo der Urlaub dann auch schon vorbei sein kann. Das liegt auch im Interesse der Arbeitgeber. Was kann der Arbeitgeber alles machen? Was kann man selber alles machen? Dazu vielleicht mehr in einem Folgeartikel.

Meine Bachelorarbeit und die Schwierigkeiten

Am 21.10.2014 habe ich meine Bachelorarbeit beim Prüfungsamt abgegeben. Am 07.11.2014 war schon das Kolloquium.

Mal ganz abgesehen von den wissenschaftlichen und formalen Ansprüchen an die Arbeit lauern noch ganz andere Gefahren beim Erstellen der Arbeit. Eigentlich geht es schon damit los, sich ein passendes Thema zu überlegen. Man kann sich ein eigenes Thema ausdenken und damit zu einem Prof gehen, oder man schaut, ob der eigene Arbeitgeber oder die eigene Hochschule etwas anzubieten hat.

Ich habe mir ein Thema ausgesucht, dass ich bei uns an der FH entdeckt habe. Es geht hierbei um eine Arbeit, die Teil des EngAGE Projektes ist. Auf einer eigenen separaten Seite habe ich die Beschreibung meiner Aufgabe für die Arbeit aufgeschrieben. Auch meine Bachelorarbeit ist dort zu finden.

Kommen wir zurück zu den Gefahren, die überall lauern, wenn man gerade fleißig dabei ist, seine Arbeit zu schreiben.

  • Da wäre einmal die einfache schnöde Unlust. Irgendwie gibt es Tage, da kommt keine Motivation auf. Der Kopf ist dann einfach leer. Das Phänomen der Unlust wird gegen Ende der Bearbeitungszeit aber deutlich weniger.
  • Dann sind da noch die Kopfschmerzen. Man ist auf einmal super wetterfühlig und immer wenn die Luftfeuchtigkeit oder die Temperatur sich minimal ändert, bekommt man fürchterliche Kopfschmerzen.
  • Hunde. Unsere beiden Hunde wollen immer beschäftigt werden. Vor allem müssen sie ständig stundenlang Gassi geführt werden. Ich glaube, unsere Hunde sind auch froh, dass ich fertig bin. Nun können sie wieder mehr schlafen und müssen nicht kilometerweit rennen.
  • Verletzungen. Ich habe mir in der letzten Woche meiner Arbeit in den linken Daumen geschnitten. Ein tiefer langer Schnitt. Auch drei Wochen später ist der Schnitt noch druckempfindlich. Ich musste den Daumen verbinden. Das hat beim Schreiben erstaunlich gestört.
  • Strom. Man mag es kaum glauben, aber am letzten Freitag vor der Abgabe fällt tatsächlich ungeplant im ganzen Ort für eine lange Zeit der Strom aus. Zum Glück arbeite ich an einem Laptop, so dass mein Fortschritt bei meiner Arbeit nicht verloren ging. Sogar die Mobiltelefone funktionierten nicht, da auch der Strom für die Funkmasten ausgefallen war.
  • Ungünstige Öffnungszeiten. Die Druckerei bei uns an der FH ist nicht sehr groß, dafür aber günstig und gut. Nun kam es soweit, dass die Öffnungszeit der Druckerei auf Grund des Krankenstandes auf den Vormittag beschränkt wurde. Klingt erst mal nicht so wild, aber die Druckerei hat dadurch nicht weniger Arbeit zu erledigen. Hinzu kam auch noch, dass die Druckerei an meinem letzt möglichen Abgabetag am 22.10. geschossen hatte. So war ich gezwungen, meine Arbeit bereits am Montag Morgen zur Druckerei zu schicken, damit ich sie am folgenden Dienstag Vormittag abholen konnte.
  • Technik. Zur Sicherheit habe ich meine Arbeit am Montag vor der Abgabe noch zu einer lokalen Druckerei gebracht. Drei Exemplare hatte ich geordert. Eine halbe Stunde sollte es nur dauern. Die Seiten wurde nur geklammert. Nach gut 30 Minuten kam ich zur lokalen Druckerei zurück. Ich blätterte durch die Arbeit und musste feststellen, dass die letzten 8 Seiten der Arbeit fehlten. Der Inhalber der Druckerei begann dann zu erzählen, dass mein Auftrag sehr viele Probleme bereitet hat und er viel Ausschuss hatte. Er hätte auch nicht bemerkt, dass die Seiten noch fehlen. Er hat dann noch einmal versucht, die letzten 8 Seiten auszudrucken, was aber mit einer Fehlermeldung “Es wurden keine Seiten zum Drucken ausgewählt” beendet wurde. Er bat mich, in 45 Minuten wiederzukommen. 45 Minuten später war er nicht in der Druckerei anzutreffen. Draußen traf ich ihn dann, wie er gerade von einem anderen Druckanbieter kam. Auch diese und zwei weitere konnten meine fehlenden Seiten nicht ausdrucken. Letztendlich bat ich ihn, die fehlenden Seiten auf seinem billigen Desktop Laserdrucke auszudrucken. Das klappte. Aber ich durfte dennoch den vollen Preis für meinen Auftrag bezahlen. Der billige Laserdrucker war nicht so sonderlich. Streifen waren zu sehen. Selbst der super teure Drucker hatte ein ungleichmäßiges Druckbild. In Zukunft werde ich hier erst einmal 2 Testseiten drucken lassen und dann erst entscheiden. Ich möchte anmerken, dass die Druckerei an meiner FH keine Probleme mit dem Ausdruck hatte!
  • Bahnstreik. Am Tag meines Kolloquiums war ein Streik der GdL im vollen Gange. Soll ich den Termin absagen? Ich musste von Nordholz bis Lübeck mit dem Zug fahren. Obwohl beim Metronom nicht gestreikt wurde, gab es dort auch starke Verspätungen. Zwei Triebwagen sind ausgefallen und es gab auch noch diverse Baustellen auf der Strecke. Von Hamburg nach Lübeck sind etliche Züge gestrichen worden. Ich hatte es dennoch pünklich zu meinem Termin geschafft.

Die Liste lässt sich sicherlich noch fortsetzen. In solchen Dingen kann der menschliche Geist sehr kreativ werden.