Warum eigentlich “Uwe”?

Es gibt Maschinen, die sind einfach nur Werkzeuge. Und dann gibt es Maschinen, die eine Persönlichkeit haben. Mein Prusa XL gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Er ist groß, er macht beeindruckende Geräusche beim Werkzeugwechsel, und er hat diese stoische Ruhe eines Riesen, der genau weiß, was er tut. Irgendwann während eines langen 5-Toolhead-Drucks stand ich davor und dachte: “Der sieht aus wie ein Uwe.” Solide. Verlässlich. Ein bisschen kantig.

Und wenn man schon einen Namen hat, dann braucht man auch ein Namensschild. Aber natürlich nicht irgendein schnödes Schild aus dem Etikettendrucker. Wenn man schon einen 3D-Drucker mit fünf Werkzeugköpfen hat, dann muss das Schild auch zeigen, was die Maschine kann.

Das Design: Multi-Material Deluxe

Die Idee war simpel, aber effektiv: Ein magnetisches Schild, das direkt an den robusten Aluminiumrahmen des XL passt. Keine Schrauben, kein Klebeband – es soll “klick” machen und sitzen.

Für das Design habe ich mich für eine klare, gut lesbare Schrift entschieden, die den technischen Look des Druckers unterstreicht. Die Farbwahl war naheliegend:

  • Basis: Tiefschwarz (Prusament PLA Galaxy Black), um sich nahtlos in den Rahmen einzufügen.
  • Rand: Das klassische Prusa-Orange, um den Bezug zur Marke herzustellen.
  • Text: Reinweiß für maximalen Kontrast und Lesbarkeit.

Der eigentliche Clou bei diesem Druck ist der Einsatz der verschiedenen Toolheads. Während man bei einem normalen Single-Nozzle-Drucker mit manuellem Filamentwechsel (M600) arbeiten müsste, erledigt der XL das hier im Schlaf. Kein “Bleeding” der Farben, keine unnötigen Wischtürme für Farbwechsel innerhalb einer Schicht – einfach saubere Trennung. Das Schwarz bildet das Fundament, das Orange zieht einen scharfen Rahmen, und das Weiß setzt die Buchstaben oben drauf.

Die Herausforderung: Magnete unsichtbar einbetten

Damit das Schild wie von Zauberhand am Rahmen hält, wollte ich die Magnete im Druck versenken. Das sieht nicht nur sauberer aus, sondern schützt auch den Lack des Rahmens, da der Kunststoff die Kontaktfläche bildet.

Der Prozess im Detail:

  1. Konstruktion: In Fusion 360 habe ich Taschen für runde Neodym-Magnete (8x3mm) vorgesehen. Wichtig hierbei: Man muss etwas Toleranz einplanen (ca. 0,2mm), damit die Magnete locker reinpassen, aber nicht zu viel Spiel haben.
  2. Slicer-Magie: Im PrusaSlicer muss man den Druck an der exakten Layer-Höhe pausieren, bevor die Deckschicht über die Löcher gedruckt wird. Das geht super einfach über den Slider in der Vorschau -> Rechtsklick -> “Druckpause einfügen” (M601).
  3. Der kritische Moment: Wenn der Drucker pausiert, fährt der Kopf zur Seite. Jetzt werden die Magnete eingelegt.

Vorsicht, Falle! (nur theoretisch)

Hier lauert eine Gefahr, die mir beim ersten Versuch fast den Druck versaut hätte: Die Magnete sind stark. Der Druckkopf (bzw. die Nozzle und der Heizblock) ist oft magnetisch oder zumindest ferromagnetisch. Wenn der Druckkopf nach der Pause wieder über das Loch fährt, um den Deckel zu drucken, können die Magnete aus ihrer Vertiefung “herausspringen” und an der Nozzle kleben bleiben. Das Ergebnis? Ein katastrophaler Crash oder ein abgerissenes Bauteil.

Der Pro-Tipp: Ein kleiner Tropfen Sekundenkleber in die Vertiefung, bevor der Magnet reinkommt. Oder, wenn es schnell gehen muss: Ein Stück Klebeband über den Magneten kleben, bis die erste Schicht drüber ist (was aber die Oberfläche uneben machen kann). Ich schwöre mittlerweile auf den Tropfen Kleber. Er hält den Magneten sicher unten, bis er für immer im Plastik eingeschlossen wird.

Das Ergebnis

Nach dem Wiederaufnehmen des Drucks (“Resume”) hat der XL die Magnete sauber überdruckt. Man sieht von außen absolut nichts. Hält man das Schild an den Rahmen, zieht es sich mit einem satten Klack fest. Es sitzt bombenfest, wackelt nicht und sieht aus, als wäre es ein offizielles Zubehörteil.

Uwe hat jetzt sein Revier markiert. Und ich habe wieder gelernt: Die kleinen, schnellen Projekte zwischendurch sind oft die befriedigendsten. Vor allem, wenn man dabei Magnete versenken darf.

Habt ihr euren Druckern auch Namen gegeben? Oder bin ich da der Einzige, der seine Werkzeuge vermenschlicht? Schreibt es mir in die Kommentare!

Von Marcus