Willkommen zum dritten Teil meines Gridfinity-Tagebuchs! Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog ja schon darüber berichtet, wie enthusiastisch ich meine gesamte Werkstatt auf das von Zack Freedman erfundene Raster-System umgestellt habe. Ich habe unzählige Bins gedruckt, Schubladen ausgemessen und sogar darüber geschrieben, wie frustrierend es ist, wenn der Löffel im Grid klemmt.

Jetzt, nach über einem Monat intensiver Nutzung, ist es Zeit für ein ehrliches Zwischenfazit. Was hat überlebt? Was wurde in die Kiste mit den Fehltritten verbannt?
🟢 Die Gewinner: Wo Gridfinity unschlagbar ist
- Der Kleinteile-Himmel: Für Schrauben (M3, M4, M5), Muttern, Unterlegscheiben und kleine elektronische Bauteile (wie LEDs oder Widerstände) ist das System ein absoluter Traum. Die Standard-Bins mit Beschriftungslippe (Label Lip) haben das Chaos in meinen Sortimentskästen komplett eliminiert.
- Akkus & Batterien: Meine AAA- und AA-Batterien fliegen nicht mehr in der Schublade herum. Ein simpler, maßgeschneiderter Batterie-Spender aus dem Raster sorgt für Ordnung.
- Die Basisplatten (Baseplates): Die Entscheidung, die Platten direkt auf die Werkbank zu schrauben (statt sie nur zu legen), war goldrichtig. Da wackelt nichts, wenn man mal schnell ein Werkzeug herauszieht.
🔴 Die Verlierer: Wo das System an seine Grenzen stößt
- Große, unförmige Werkzeuge: Ich habe versucht, meine großen Zangen und Schraubenschlüssel in maßgeschneiderte Gridfinity-Halterungen zu pressen. Das Ergebnis? Es nimmt unverhältnismäßig viel Platz weg und der Druck dauert ewig. Für das grobe Werkzeug bin ich wieder zu einer klassischen Werkzeugwand (Pegboard) zurückgekehrt.
- “Over-Engineering” bei selten genutzten Dingen: Ich hatte Bins für Dinge gedruckt, die ich vielleicht zweimal im Jahr brauche. Das ist reine Platzverschwendung auf der Arbeitsfläche. Gridfinity gehört dorthin, wo der schnelle, tägliche Zugriff zählt.
- Verschwendung von Filament: Man muss ehrlich sein – die soliden Baseplates schlucken extrem viel Material. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, nur noch die leichten, materialsparenden Rahmen (Skeleton Baseplates) zu drucken, wenn es das Gewicht der Bins zulässt.
💡 Mein Tipp für neue Gridfinity-Jünger
Bevor ihr anfangt, blind Hunderte von Bins zu drucken: Messt eure wichtigste Schublade aus, druckt ein paar Test-Baseplates und füllt sie nur mit den Werkzeugen, die ihr bei jedem Projekt in der Hand habt. Der Rest ergibt sich von selbst.
Richtig gute und clevere Gridfinity-Modelle (wie die materialsparenden Baseplates oder spezielle Werkzeughalter) findet ihr übrigens immer massenhaft auf Plattformen wie Printables oder Thangs.
Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr schon vom Raster-Fieber infiziert oder setzt ihr auf andere Ordnungssysteme in der Werkstatt?
