Toolchanger gegen CoreXY: Die Qual der Wahl?
Prusa-Fans haben jetzt die Qual der Wahl: Der massive Prusa XL mit seinem Toolchanger oder der neue, kompakte CORE One? Beide Drucker richten sich an Enthusiasten, aber die Zielgruppen sind grundverschieden. Doch wer glaubt, der CORE One sei nur ein “abgespeckter XL”, der irrt gewaltig.
Der XL bleibt der König der Materialien (und Farben)
Wenn es um den Druck von komplexen Bauteilen geht – etwa PLA mit löslichem BVOH-Support – schlägt nichts den XL. Echte Werkzeugwechsel sind immer sauberer als jede Single-Nozzle-Lösung wie das AMS oder Prusas MMU3, da es keine gegenseitige Kontamination im Hotend gibt. Wer funktionale Teile mit komplexen Stützstrukturen oder fünf verschiedene Materialien in einem Print kombinieren will, kommt am XL nicht vorbei. Er bleibt das Flaggschiff für maximale Flexibilität.
CORE One: Der Spezialist für technische Filamente
Der CORE One ist die Antwort für alle, die Speed und einen aktiv beheizten, geschlossenen Bauraum suchen. Während der XL selbst mit Enclosure oft kämpfen muss, um hohe Temperaturen zu halten, knackt der CORE One im Betrieb stabil die 50°C bis 55°C Marke. Das macht ihn zum absoluten Favoriten für technische Materialien wie ABS, ASA oder Polycarbonat (PC). In ersten Benchmarks zeigt sich sogar, dass er bei der Bauraumtemperatur den Bambu Lab X1C (der meist bei 40°C stagniert) locker hinter sich lässt.
Präzision trifft Desktop-Maße
Ein oft unterschätzter Punkt: Die Kühlung. Der CORE One nutzt das innovative 360°-Airflow-System des MK4S. Das sorgt für beeindruckende Überhänge und extrem feine Details, besonders bei anspruchsvollen Materialien wie TPU. Zudem ist der CORE One ein echter Platzsparer. Während der XL fast einen eigenen Werkstatt-Tisch beansprucht, passt der CORE One bequem in jedes Standard-Regal oder auf den Schreibtisch.
Sicherheit und Familienfreundlichkeit
Für Maker mit Kindern (oder neugierigen Haustieren) bietet der CORE One ein wichtiges Feature: Eine integrierte Kindersicherung. Die Tür lässt sich während des Drucks sperren, sodass niemand versehentlich in das 250°C heiße Geschehen greift. Ein Detail, das zeigt, dass Prusa hier den Schritt vom reinen Bastel-Werkzeug hin zum ausgereiften Desktop-Gerät gemacht hat.
Fazit: Welcher Prusa ist für dich?
Die Entscheidung hängt von deinem Workflow ab: Wer maximalen Bauraum und Multi-Material ohne Kompromisse braucht, greift zum XL. Wer jedoch einen schnellen, modernen Daily-Driver für technische Funktionsteile sucht und Wert auf einen perfekt kontrollierten Bauraum legt, für den ist der CORE One aktuell das Maß der Dinge im Prusa-Universum.